"Das einzige Gesetz, dem die Mode unterliegt, heißt: mit der Zeit gehen.
Der Zeitgeist prägt die Mode, so wie die Mode den Zeitgeist mit beeinflusst." Aenne Burda
1966
Die spritzigen Sechziger Jugendlicher Charme
Anfang der 60er Jahre konnte Frankreichs Haute Couture noch das Modebild bestimmen. Doch mit dem Wirtschaftswunder entwickelten die deutschen Frauen mehr Selbstbewusstsein – der Modestil wurde jünger und frecher. Der einzigartige Kostümstil von André Courrèges wurde genauso präsentiert wie die Nachmittagskleider im aparten Artischocken-Look von Pierre Cardin oder Mary Quants legendäre Erfindung des Minirocks.
1965 war das Jahr des André Courrèges. Erst verblüffte der französische Designer mit kniekurzen, trapezförmigen Kleidern, dann schickte er die Damenwelt im Hosenanzug in die City. Er kleidete die Frauen ganz in Weiß, arbeitete mit streng geometrischen Schnitten und führte als erster Kunststofffolien als Bekleidungsmaterial ein. Yves Saint Laurent folgte dem Entwurf des Straßenanzuges und setzt 1966 noch eins drauf: Er kreierte den ersten Damen-Smoking! In der gleichen Zeit wurden aber auch Modetrends aus London populär. Die Engländerin Mary Quant ließ sich von den kurzen Röcken ihres Kollegen Courrèges inspirieren, machte sie noch kürzer und „erfand“ den Mini. Damit kamen erstmals die Trends von Straße und nicht von der Couture. Wichtigste Accessoires in den Sechzigern: Kopftücher, Stirnbänder und große Sonnenbrillen.