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Warenkunde Nadeln – alles Wissenswerte zum Thema


Verschiedene Nadeltypen: 4.) Perl- und Puppennadeln, 7.) Ledernadeln, 2.) Sticknadeln
Eine Nadel ist ein längliches, dünnes Werkzeug aus hartem Material (früher Knochen, heute meist Metall) mit einer Spitze an einem Ende. Für jeden Materialeinsatz gibt es die optimale Spitze – für die üblichen Näharbeiten eher lang und besonders schlank ausgeschliffen. Leder-
materialien verlangen Dreikant-Schneidespitzen. Sticknadeln „ohne Spitze“ mit verrundetem Nadelende erleichtern das Sticken auf grob gerastertem Gewebe.
Historie: Fischgräten waren wahrscheinlich die ersten Arbeitsmittel um ein Flächengebilde mit einem anderen fadenförmigen Gebilde zu verbinden. Später waren die Nadeln aus spitzen Knochen oder Horn mit einem Öhr. Erst im 14. Jahrhundert gelang es aus Metalldraht eine Nadel herzustellen.



Verschiedene Nadeltypen: 5.) Handwerkernadeln, 1.) Nähnnadeln/Stopfnadeln, 8.) Polster(er)nadeln
Nadeln in der Textilverarbeitung

Bastlernadeln:
  • Puppennadeln: Zum Nähen von Puppen und Teddys bzw. auch zum Quilten, extra-lang und mit großen Öffnungen, um auch durch dicke Teile (Arme, Köpfe) und Materialien nähen zu können.

  • Ledernadeln: Für Leder und Kunstleder, mit geschliffenen Spitzen (z. B. Dreikantspitzen), um problemlos durch das feste Material zu kommen, ohne es zu zerreißen, ungeeignet für Textilien.

  • Webnadeln: Extralang, dick und mit stumpfer, leicht abgeflachter Spitze und großem Öhr, für dickes Garn. Eignet sich auch gut fürs Herstellen von Perlen aus Fimo (erzeugt beim Durchstechen des Fimo schön gleichmäßige Löcher).

  • Packnadeln: Eine Packnadel ist eine Nadel zum Nähen mit grobem Garn aus Hanf oder Jute. Packnadeln können eine Länge von 20 cm erreichen, sind sehr dick, haben ein großes Nadelöhr und eine abgeflachte, leicht gebogene Spitze, die eher stumpf ist, damit die Garne das zu vernähende Gewebe nicht geschädigt werden. Haupteinsatzbereich ist das Vernähen und Schließen von Löchern in Säcken für unterschiedliche Waren (Kakao, Kaffee, etc.) aus Jute oder grobem Leinen. Auch zum Verschließen der Säcke nach Befüllung findet die Packnadel Verwendung. Die Kombination von ein oder zwei Packnadeln mit einem Arbeitsmesser in einer Scheide wird vom Stauer und Speicherarbeiter als „Besteck“ bezeichnet.

  • Perlnadeln: Extradünn, um durch feine Perlen zu kommen und sehr feine Fäden und Nylonfäden zu halten, haben lange Öhre und sind eher gerade. Sehr leicht und flexibel zu handhaben. Geeignet zum Auffädeln von Perlen und Pailletten und für alle kreativen Stickanwendungen. Bei einigen Perlnadeln wird nach dem Einfädeln die Öse mit einer Flachzange vorsichtig zusammengedrückt. Damit der Faden beim Auffädeln der Perlen nicht im Nadelöhr reißt, sollte Folgendes beachtet werden: Wählen Sie die Größe der Perlnadel entsprechend Ihrer Fadenstärke aus. Drücken sie das Nadelöhr nach dem Einfädeln des Fadens vorsichtig mit einer kleinen Zange (z. B. Flachzange) zusammen. So laufen die Nadel und der Faden später reibungslos durch die Bohrungen der Perlen.

  • Matratzennadeln: Haben etwa 10 – 25 cm Länge und werden verwendet um durch dicke Materialien (Matratzen, Kissen) zu stechen.

  • Stopfnadeln: Für Ausbesserungsarbeiten mit Garnen oder Baumwollfäden, auch geeignet zum Heften. In verschiedenen Größen, zum Grob- oder Feinstopfen.




  • Verschiedene Nadeltypen: 3.) Jersey-/Patent-/Modistennadeln, 6.) Durchziehnadeln
    Nähnadeln:
    Historie: Nähnadeln sind seit dem Paläolithikum bekannt. Die noch erhaltenen Nadeln sind aus Knochen und Mammutelfenbein gefertigt. Nähnadeln wurden in den letzten Jahrzehnten aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt; in den 1960er und -70er Jahren wurden Nickel-, Chrom- und andere Metalllegierungen verwendet. Je höher die Nummerierung der Nadel, desto dünner und kürzer die Nadel.

  • Lange: Standardnadeln für die üblichen Näharbeiten. Lang und besonders schlank ausgeschliffen, ein glattes Öhr erleichtert das Einfädeln und schont den Faden. Viele Näherinnen bevorzugen die langen Nadeln wegen ihrer besseren Griffigkeit.

  • Halblange: Haben denselben Durchmesser wie lange Nadeln aber sind etwas kürzer. Werden oft von geübten Anwendern für schwierigere/professionelle Näharbeiten wie z.B. Steppstich verwendet. Bei Quiltern wegen des schnelleren Durchstichs beliebt.

  • Patentnadeln: Speziell für Menschen, die sich mit dem Einfädeln schwer tun, z.B. auch bei Sehbehinderung (daher der frühere Namen Blindennadel). Der Faden wird einfach von oben ins Nadelöhr eingezogen.

  • Jerseynadeln: Zur Verwendung bei Strick-, Stretch- und Synthetikgeweben sowie zum Nähen aller lockeren Web- und Strickstoffe geeignet. Durch die Kugelspitze werden Stofffäden vorsichtig verlagert und nicht durchstochen.

  • Modistennadeln: Sind extra-lang und haben ein rundes Nadelöhr. Werden von Hutmachern genutzt und sind geeignet für Smok- und Plisseearbeiten.

  • Sticknadeln:
    Es ist wichtig, dass die Sticknadeln von guter Qualität sind und passend zum Stoff (von der Dicke her) und passend zum verwendeten Garn (entsprechend der Vorlage und des Musters) ausgewählt werden. Eine Sticknadel ist mit oder ohne Spitze(n) erhältlich. Dabei werden die Sticknadeln mit runder Spitze hauptsächlich für zählbare Gewebe eingesetzt und die mit spitzer Spitze für feinfädrige Stoffe verwendet. Sticknadeln sind meist kürzer als Nähnadeln und mit einem größeren und längeren Öhr ausgestattet, damit der verwendete Faden nicht beschädigt wird und auch dickere Fäden (Wolle und mehrfädige Garne) durchpassen. Es gibt die Sticknadeln für die Handarbeit in verschiedenen Materialien und Größen (von 14-28), wobei die Nadeln mit fortlaufender Nummer immer feiner gearbeitet sind. Je dünner der gewählte Stoff ist, desto dünner sind auch die Sticknadeln zu wählen. Um das Einfädeln zu erleichtern, werden Einfädler für Sticknadeln angeboten. Es existieren außerdem extra für bestimmte Stoffe hergestellte Sticknadeln.

  • mit Spitze: Mit spitzer Spitze werden Nadeln für feinfädrige Stoffe verwendet und bei sehr dicht gewebten Stoffen.

  • Crewelnadeln: Für feine Stickereiarbeiten, extra-dünn und mit etwas größerem Öhr. Geeignet z.B. für Weißstickerei mit 1- oder 2-fädigem dünnen Garn. Werden auch gerne für normale Näharbeiten genutzt, da sie in den Längen und Stärken den langen Nähnadeln entsprechen, sich aber leichter einfädeln lassen.

  • Ohne Spitze: Sticknadeln mit runder/stumpfer Spitze werden hauptsächlich für zählbare Gewebe eingesetzt. Geeignet für Zählstickerei z.B. auf Stramin und anderen Zählstoffen. Werden auch gerne zum Säumen verwendet, auch z. B. bei Strickteilen.

  • Smyrna-Nadeln: Dicke Sticknadeln ohne Spitze und mit großem Nadelöhr. Damit lassen sich auch Teppiche und Wandbehänge bearbeiten und säumen.


  • Fotos der Nadeln: Prym

     
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